Geschwisterkinder aus dem Kosovo

Ein 11-jähriges Mädchen besucht die 5. Klasse, ihr 13-jähriger Bruder die 7. Klasse der Landshuter Mittelschule St. Nikola. Beide Kinder kommen aus einer sogenannten „bildungsfernen“ Familie, das heißt, auch ihre Eltern haben keine Bildungsabschlüsse. Zudem sprechen beide Elternteile fast kein Deutsch. Daher können sie ihre Kinder beim Lernen und bei der Erledigung der Hausaufgaben kaum unterstützen.

Die schulischen Leistungen waren entsprechend mangelhaft und beide Kinder regelmäßig versetzungsgefährdet. Durch die vom Verein ermöglichte Nachhilfe konnte das Mädchen bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie einen Gesamtdurchschnitt zwischen den Noten 2 und 3 erreichen. Auch ihr Bruder schaffte es, sich in sämtlichen Fächern von der Note 5 zu verbessern.

Insgesamt zeigte sich, dass beide Kinder aufgrund ihrer Auffassungsgabe und Leistungsfähigkeit bei entsprechender Förderung gute Noten erreichen können. Für das Mädchen erschien sogar das Erlangen der Realschulreife möglich.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie wurde die Situation besonders schwierig, da die Familie weder über einen Internetanschluss noch über die notwendigen mobilen Endgeräte verfügte. Die Kinder konnten deshalb nicht am Onlineunterricht teilnehmen. Es war zu befürchten, dass sie dadurch erhebliche Wissenslücken entwickeln würden. Die Unterstützung durch die Nachhilfe anhand der vorhandenen Arbeitsblätter war unter diesen Umständen zumindest eine Notlösung.

Ein 10-jähriges Mädchen aus Syrien

Das Mädchen besuchte die 3. Klasse der Grundschule Auloh. Nach einer langen Flucht aus dem Kurdengebiet Syriens nach Europa und durch mehrere europäische Staaten schien die Familie in Deutschland endlich eine neue Heimat gefunden zu haben.

Durch die vielen Umzüge und die damit verbundenen Schulwechsel konnte sich das Mädchen Wissen nur bruchstückhaft aneignen. Sie zeigte einen großen Leistungswillen, war aber in vielen Bereichen sehr unsicher – vor allem wegen ihrer noch unzureichenden Deutschkenntnisse.

Durch die Nachhilfe des Vereins hatte sie einen zusätzlichen festen Bezugspunkt gefunden. Bis zum ersten Lockdown konnten wir viel gemeinsam erarbeiten. Durch ihren späteren Umzug zu Familienangehörigen nach Hamburg wurde die gemeinsame Arbeit jedoch erneut unterbrochen.

Ein 16-jähriger Junge aus Afghanistan

Der Schüler besuchte die 8. Klasse der Mittelschule Schönbrunn. Er war äußerst zuverlässig, fleißig und leistungswillig. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Quali wollte er eine Berufsausbildung im Handwerk beginnen.

Seine schulischen Leistungen lagen durchgehend bei der Note 2 – mit Ausnahme des Faches Deutsch. In diesem Fach erhielt er Unterstützung durch den Verein, denn mindestens die Note 3 in Deutsch war eine wichtige Voraussetzung für seine weitere berufliche Entwicklung.

Ohne die Hilfe des Vereins wäre dieses Ziel für ihn erheblich schwieriger zu erreichen gewesen.

Ein 12-jähriges Mädchen aus Tansania

Das Mädchen besuchte die 4. Klasse der Grundschule Auloh. Die schlimmen Erlebnisse ihrer Flucht waren lange in ihrem Verhalten spürbar. Aus Vorsicht oder Angst hielt sie viele Informationen zurück oder gab sie teilweise falsch wieder. Dies erschwerte anfangs eine zielführende Zusammenarbeit.

Langsam fasste sie Vertrauen zu mir als Nachhilfelehrerin. In der Folge erledigte sie ihre schulischen Aufgaben zunehmend zuverlässig und sorgfältig. Schließlich konnte sie ihre Leistungen von den Noten 4 bis 5 bis auf die Note 2 verbessern.

Erst jetzt erkannten auch wir, wie viel Potenzial in diesem Mädchen steckt. Es war sehr erfreulich zu sehen, wie sie zunehmend Freude am Lernen gewann. Sie entwickelte sogar den Ehrgeiz, später einmal studieren zu können.

Seit dem zweiten Lockdown blieben mir die Türen der Alten Kaserne, in der sie wohnte, verschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war sie jedoch bereits in der Lage, selbstständig und selbstbewusst zu arbeiten.